UFO/UAP-Jahresstatistiken 2025

Zu Beginn jeden Jahres erstellen die verschiedenen Forschungsgruppen, die Meldestellen unterhalten, eine Jahresstatistik über die eingegangen Sichtungsmeldungen des Vorjahres und deren Untersuchungsergebnisse. Diese Berichte dokumentieren einerseits die praktische Feldforschung und andererseits Entwicklungen und Trends im Zusammenhang von gemeldeten UFO/UAP-Sichtungen.

In Deutschland sind dies die beiden größten Meldestellen beim CENAP und der GEP, die die Hauptlast der Falluntersuchungen stemmen und darüber auch regelmäßig Statistiken veröffentlichen. Aktuell liegen von beiden Meldestellen die Jahresberichte aus 2025 vor, die nachfolgend kurz mit Bezugsmöglichkeit vorgestellt werden. Beide Berichte sind zweisprachig in Deutsch und Englisch abgefasst.

CENAP-Jahresstatistik: Neuer Rekord an eingegangenen Jahresmeldungen

Die von Hansjürgen Köhler betriebene Meldestelle des CENAP verzeichnet seit Jahren eine stete Zunahme an Sichtungseingängen, die 2025 mit 1348 gemeldeten Sichtungen einen neuen Höchststand erreichten, was auch auf den Bekanntheitsgrad aufgrund der medialen Präsenz zurückzuführen ist. Die Zunahme der Sichtungsmeldungen wurde dabei maßgeblich durch eine verstärkte Raumfahrtaktivität verursacht.

So waren Wiedereintritte von Weltraumschrott, Raketenstufenzündungen im Orbit und verglühende Trümmerteile die häufigste Ursache für UFO-Meldungen. Spektakulär war etwa eine Raketenstufen-Zündung im März 2025 über Deutschland, bei der gefrorene Treibstoffkristalle im Sonnenlicht leuchteten und zahlreiche Foto- und Videoaufnahmen nach sich zogen. Ferner sorgen nach wie vor die Starlink-Satelliten von SpaceX, insbesondere der markante Starlink-Zug beim Start einer Satellitencharge, für Meldungen.

Ebenso in den Top 5 sind astronomische Stimuli, wie Sterne und Planeten, Flugzeuge, Hubschrauber, Wetterballons sowie Himmelsscheinwerfer zu finden. Einen steten Anstieg verzeichnen auch Sichtungen, die auf Drohnen zurückgeführt werden, die in den vergangenen zwei Jahren ein Anteil von etwa 6 bis 8 % der gemeldeten Sichtungen ausmachten.

Bemerkenswert ist auch die Zunahme an Bildmaterial. So wurden 2025 1506 Fotos und 673 Videos zu den Sichtungen eingereicht, die alle von herkömmlichen Ursachen, wie Zoomunschärfen bei Sternen und Planeten oder Vögel und Insekten bestimmt wurden oder auch Flugzeugen, Hubschrauber und Drohnen, abbildeten.

Köhler zitiert auch eine eingegangene Sichtung aus einem Kleinflugzeug heraus, die sich als Vorbeiflug bzw. Beinahezusammenstoß („Near-Miss“) bezeichnen ließe und häufig auch mit schnellen und außergewöhnlichen UAP in Verbindung gebracht wird. Im vorliegenden Fall konnte er dies auf einen Folienballon zurückführen, wie sie auch über den USA bzw. Kolumbien schon für ähnliche Vorfälle sorgten. Köhler sieht dies als Kritik an vermeintlichen anomalen Verhaltensweisen

Die Statistik zeigt insgesamt einen sehr hohen Aufklärungsgrad von über 99% der gemeldeten Sichtungen. Unidentifizierte Sichtungen blieben aufgrund mangelnder Informationen ungelöst.

Download der CENAP-Jahresstatistik 2025 (PDF, 9 MB)

  

GEP-Jahresbericht: Fallstatistik, Falldokumentationen und Aktivitäten

Mit 52 Seiten Umfang gestaltet sich der Jahresbericht der von Hans-Werner Peiniger betriebenen Meldestelle der GEP gewohnt umfangreich und detailliert. Im Vorwort wird darauf hingewiesen, dass die vorliegende Statistik bezogen auf die gesamtdeutsche Situation nur ein eingeschränktes Bild aus Sicht der GEP darstellt und, mangels eines Austausches mit weiteren Meldestellen, kein Gesamtbild für Deutschland. Diese Feststellung finde ich wichtig im Bezug auf einen Vergleich der beiden Berichte, aber auch mit anderen.

Die GEP verzeichnet für 2025 einen rückläufigen Meldeeingang, gegenüber einem etwa gleichen höheren Niveau der Jahre davor, entgegen dem Trend beim CENAP mit zunehmend steigenden Meldeeingängen. In der Anzahl der jeweiligen Sichtungen zeigen sich aber auch die strukturellen Unterschiede im Betrieb der beiden Meldestellen. Ein ähnliches Bild zeigt sich jedoch in der monatlichen Verteilung, wonach im Spätwinter/Frühjahr und Spätsommer/Herbst mehr Meldungen eingingen als rein im Sommer, was aber auch wetterbedingt gewesen sein dürfte.

Zu den häufigsten Ursachen für gemeldete Sichtungen zählt die GEP Satelliten, darunter auch die ISS und Flares, Flugzeuge, Hubschrauber, Forschungs- und Folienballons und astronomische Objekte, wie Sterne und Planeten, aber auch der Mond taucht darin auf. Auch Drohnen sind mit einem Anteil von knapp 5% vermehrt vertreten. Ebenso finden sich Vögel, Insekten, Tropfen oder auch andere Kamera- und Fotoeffekte. 

Für 2025 werden 3 Sichtungen als ungeklärte „Problematic UFO“ nach der Hendry-Klassifikation angegeben, was einem Prozentsatz von 1,2% entspricht, neben 12 Fällen mit ungenügenden Daten. Auch hier zeigt sich insofern eine hohe Aufklärungsquote. Unter dem Strich werden keine grundlegend neue oder spektakuläre Erkenntnisse für 2025 festgehalten.

Ein professionelles Analysetool der GEP für die eigene Falldatenbank ermöglicht detaillierte Auswertungen und Statistiken rund um die gemeldeten Sichtungen, von denen sich einige im Bericht finden und einen guten Einblick geben, auch hinsichtlich demographischer Daten der Zeugen. Ebenfalls enthalten sind einige ausgewählte Fallbeschreibungen, die beispielhaft die Verschiedenartigkeit der Sichtungsmeldungen dokumentieren. Ein eigenes Kapitel ist diversen Vereins- und Projektaktivitäten gewidmet und beschreibt laufende Aktivitäten, die über die reine Fallermittlung hinausgehen. Als Anhang ist die Fallliste der 2025 eingegangenen Sichtungen enthalten.

Download des GEP-Jahresbericht 2025 (PDF, 11 MB) 

  

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass beide Jahresberichte einen guten Einblick in die Arbeit der beiden größten deutschen UFO-Meldestellen geben, wobei der Bericht der GEP umfassender ausfällt und neben der reinen Fallstatistik auch exemplarische Beschreibungen von Fällen sowie laufenden Vereinsaktivitäten jenseits der Meldestelle enthält. Trotz struktureller Unterschied im Betrieb der Meldestellen zeigen sich auch Gemeinsamkeiten, vor allem in den Kategorien hinsichtlich häufiger Auslöser (Stimuli) der Sichtungen und in der jeweils hohen Aufklärungsquote, was auch auf die rationale Herangehensweise und langjährige Erfahrung der beiden Betreiber zurückzuführen ist. Die im GEP-Bericht enthaltenen Fallbeschreibungen zeigen teilweise auch dieselben Auslöser für UFO-Meldungen wie bei CENAP. Das heißt, dass bei überregionalen Ereignissen gleichermaßen ähnliche Sichtungsmeldungen bei beiden Meldestellen eingehen.

Schön ist die Zweisprachigkeit der beiden Berichte (Deutsch und Englisch), so dass eine entsprechende Reichweite außerhalb des deutschsprachigen Raumes gewährleistet ist.

  

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